So, nachdem sich Momo schon so ausführlich vorgestellt hat will ich jetzt auch mal sagen wer ich bin. Ich bin Paula und stamme aus Spanien. Das sollte man gar nicht glauben bei dem Namen, gell? An die ersten ungefähr 3 Jahre meines Lebens kann ich mich überhaupt nicht mehr erinnern. Ich weiß nur, dass ich nach einer langen Reise im Winter 2000/2001 beim Tierschutzverein Schwetzingen angekommen bin. Ich war sehr scheu und ängstlich und habe mich immer total zurückgezogen und versteckt. Meine Betreuerinnen haben sich dann gedacht, dass ich vielleicht auf einer Pflegestelle besser aufgehoben bin. Da kam ich auch zu netten Menschen. Aber meine Angst war doch zu groß, und ich habe mich in der Einbauküche unter den Schränken versteckt und kam dort für mehrere Wochen nicht mehr raus. Da dachten meine Betreuerinnen vom Tierschutzverein, dass es vielleicht doch besser ist wenn ich wieder in die Auffangstation zurückkomme.
Also bin ich wieder dorthin zurück gebracht worden. Jedes Mal wenn jemand kam um sich eine Katze auszusuchen habe ich mich versteckt, weil ich solche Angst hatte. Deshalb wurde ich natürlich auch nie ausgesucht.
So langsam haben die Betreuerinnen, vor allem Frau Schwalbe, mich sehr lieb gewonnen, und ich habe auch ein ganz klein wenig Vertrauen zu ihr gefasst. Immerhin war ich jetzt ein halbes Jahr dort. Aber sie wollten natürlich, dass ich in ein richtiges Zuhause komme. Ich habe dann mal mitbekommen, dass eine Betreuerin ihre Tochter gebeten hat, im Internet (keine Ahnung, was das ist) zu fragen, ob nicht jemand einer scheuen Katze ein Zuhause geben möchte. Ein paar Tage später kam ein Mann in die Station um sich dort umzusehen. Frau Schwalbe war auch dabei. Ich saß ganz im hinteren Eck der Kratzbaum-Höhle und wollte mich unsichtbar machen. Aber der Mann kam genau auf den Kratzbaum zu. Dabei waren noch 3 ganz junge Kätzchen in dem Raum, die viel süßer waren als ich. Aber der Mann schaute mich an, sprach mit mir und legte eine Hand auf den Rand des Höhleneingangs. Und da saß er und sprach bestimmt 10 Minuten mit mir. Dabei bewegte er ganz langsam seine Hand in meine Richtung. Schließlich hat er mich berührt und ganz sanft gestreichelt. Ich ließ es zu und Frau Schwalbe konnte es kaum glauben.
Nach einer Weile ist der Mann dann wieder weg gefahren. Frau Schwalbe hat mir dann immer erzählt wenn der Mann angerufen hat. Sie sagte mir, dass es der Willi sei und dass er ernsthaft überlegt mich zu sich zu holen. Er suchte eine scheue Katze weil er schon eine scheue Katze hat und wir vielleicht gut zusammen passen würden. Sie konnte es kaum glauben. Aber eines Tages, es war der 2. Oktober 2001, kam der Willi wieder. Frau Schwalbe kam mit ihm zu mir und plötzlich wurde ich gepackt und in einen Kennel gesteckt. Dann ging es in einem Brummdings eine ganze Weile in einen anderen Ort. In dem Brummdings saßen außer dem Willi noch 2 Freunde von ihm. Ich hatte aber ganz große Angst und saß ganz zusammengekauert in der hintersten Ecke des Kennels.
Als wir dann nach langer Zeit aus dem Brummdings ausstiegen ist der Willi weg gegangen, und die beiden Freunde waren bei mir. Kurz danach sind die Beiden hinterher gegangen. Wir kamen dann in einer Wohnung an, und der Kennel wurde in einem kleinen Raum abgestellt und geöffnet. Ich bin raus und habe mich sofort dahinter versteckt. Nach ein paar Stunden bin ich schnell ins Nebenzimmer gehuscht, weil dort das Bett stand, unter dem ich mich toll verstecken konnte.
Dort blieb ich für mehrere Wochen. Jedes Mal wenn ich den Kopf rausstreckte und Momo mich gesehen hat wurde ich ganz doll angefaucht. Zum Glück hatte ich Futter, Wasser und ein Kistchen unter bzw. am Bett stehen. So hatte ich damit keine Probleme.
Jeden Tag hat der Willi sich vor das Bett gelegt und mit mir gesprochen. Nach einigen Wochen habe ich mich dann auch mal in seine Nähe getraut um ihn etwas zu beschnuppern. Also die Hand, die er mir hinhielt. Aber unter dem Bett rausgetraut habe ich mich noch nicht. So ging das wieder einige Zeit bis ich mich 2 Schritte raustraute und mich auch berühren ließ. Zu der Zeit hat auch Momo angefangen nicht jedes Mal zu fauchen wenn sie mich sah.
Es hat dann noch mal ein paar Wochen gedauert bis ich mich aus dem Schlafzimmer heraus getraut habe. Aber sobald sich der Willi schneller als normal bewegte war ich wieder unter dem Bett. Auch wenn es an der Tür oder das Telefon klingelte. Ich habe mich meistens in der Höhle des Kratzbaums aufgehalten. Das war ähnlich geschützt wie unter dem Bett. Nur zu Momo wurde das Verhältnis etwas besser. Zwar selten aber immerhin haben wir uns das Köpfchen geleckt.
So wurde ich also immer etwas mutiger. Inzwischen schmuse ich mit dem Willi sehr viel und spiele auch mit ihm. Er sagt ich wäre schon fast eine normale Katze, weil ich bei ihm eigentlich gar keine Angst mehr habe. Auch mit Momo tobe ich recht wild hier durch die Wohnung. Sie liegt zwar sehr oft in der Kuschelschale und schläft, aber dann nutze ich die Zeit für meinen Schönheitsschlaf auf dem Sofa. Den Platz habe ich extra ausgesucht damit wir Beide gleichzeitig in der Webcam zu sehen sind.
Ein paar Bilder von Paula könnt Ihr bei Katzen-Bilder -> Paula sehen.
Paula hat auch eine eigene E-Mail-Adresse und antwortet auch zuverlässig: paula@thomas-wilhelmi.de